100%–Finanzierung

Das mit den Risiken bei der 100%-Finanzierung (oder mehr) ist sehr richtig und auch wir weisen immer darauf hin, daß dies nur bei Gutverdienern sinnvoll ist (wobei auch dort niemand vor Arbeitslosigkeit sicher ist – andererseits dürfte man dann gar nichts mehr machen; man könnte ja auch morgen von der Straßenbahn überfahren werden)

Interessant in unserer täglichen Praxis sind jedoch viele Fälle, in denen Leute ihre derzeitige Mietwohnung zum Kauf angeboten bekommen. Wenn es nicht gerade Ballungszentren wie München, Stuttgart, etc. sind, werden diese Wohnungen häufig um die 80.000 - 150.000 Euro angeboten. Für eine 100.000-Euro-Wohnung kostete die Baufinanzierung bei 2% Tilgung bis vor kurzem noch rd. 500 Euro im Monat. Dies ist kaum mehr, als diese Leute Miete gezahlt haben. Dann macht es natürlich auf jeden Fall Sinn zu kaufen.
Leider sind die Zinsen seit Dezember 2006 um gut 1% gestiegen, aber dennoch lohnt sich der Immobilienkauf vielfach - der langfristige Durchschnitt der 10-Jahreszinsen liegt immer noch bei etwa 7% und davon sind wir noch weit entfernt.

Die KfW ist mit Ihrem Wohnungseigentumsprogramm bei 10 Jahren Zinsbindung mittlerweile bei 5,2% angelangt. Viele unserer Banken sind da günstiger. Häufig macht der Einbau dennoch Sinn. Einige Institute rechnen die KfW-Mittel nicht auf den Beleihungsauslauf an. Übersetzt heißt dies, daß für den Nicht-KfW-Teil des Gesamtdarlehens ein Zinssatz gewährt wird, als ob man das KfW-Darlehen als Eigenkapital hätte.

Alexander Solya

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